Keine Lebensart ist so töricht und schwach wie jene,
die sich nach Zucht und Vorschrift richtet.
Michel de Montaigne

I.
Rede von oben an die junge Belegschaft

Geht, buckelt!
Haltet an euch!
Habt kein Sehnen!
Seid nur Gefäß
darein man fremden Willen gießt!
Verstehen müsst ihr nicht,
ihr sollt nur sollen!
Nehmt euren Lohn
geht euch was kaufen,
das ist Pflicht!

Der Wind ist rauh
und hart seien eure Schritte!
Nur nicht die eigne Körperwärme
teilen noch mit Dritten!
Die eigne Arbeit reicht schon aus
für'n ganzes Leben!
Nicht auch noch Rat,
gar Hilfe habt ihr abzugeben!

Was ihr nicht wisst
werdet ihr nie erfahren -
ihr wisst genug!
Geht hin,
genießt das Glück
alles zu haben,
"Mehr" ist nur Trug!

II.
Gedanken von einem aus der jungen Belegschaft

Ich brauche mich
denn ich bin ich
ich brauche mich
wie fürchterlich
ich bin nicht nur ein Huflattich!

Ich sehne mich so sehr so sehr
ich sehne mich ins Ungefähr
ins dunkle Leben wo ich zehr
vom Wunder von der Wundermähr
- ich langgeschlagener Solitär -
ich weiß da draußen ist noch mehr!

Ich bin verrückt
ich bin verzückt
ich hab mich nach dem Stein gebückt
ich hab ihn mir vom Weg gepflückt
ich halte ihn gezückt gezückt
ob mir – hab Acht! – der Wurf je glückt?