Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt du von den Schmerzen, die in mir sind, und was weiß ich von deinen. Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest du von mir mehr als von der Hölle, wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

Franz Kafka

Da ich bald Mutter von Zwillingen werde, stelle ich mir schon seit geraumer Zeit die wohl üblichen Fragen zum zeitgenössischen Gerechtigkeitsverhältnis zwischen den Geschlechtern: Wer geht arbeiten und wer hütet die Kinder? Wie damit umgehen, dass der weibliche Körper in Mitleidenschaft gezogen wird und in seinem gesellschaftlichen Ansehen an Reiz verliert, während der männliche Kinder „geschenkt“ bekommt und noch im Alter selbstverständlich mit Sexappeal und Jugendlichkeit punktet? Wie lässt sich die Versorgungs-, Erziehungs- und Bildungsarbeit gerecht verteilen? 

Stadtgelichter # 4:

Neue Prosa und Lyrik von Markus Prem, Karl-Hans Graf, Arben Idrizi (übersetzt von Zuzana Finger), Wolfgang Berends, Tine Maier, Roland Adelmann, Lothar Trolle, Susanne Ellen Darabas, Michael Fruth, Susanne Neuffer und Franz Konter. Illustriert von Richard Wall. Danke an Herausgeber Ralf Zühlke von der Stadtlichter Presse!

Enthalten sind meine Gedichte: la mal education, Mouches Mouches Volantes, Hoffnung, leaving stockholm, Zeichen und NZ.

Stadtgelichter #4
Ralf Zühlke (Hrsg.)
Paperback, 74 Seiten
ISBN 978-3-936271-93-5
10,00 EUR
Hier gehts zur Bestellung.

Das Signaturen-Magazin widmet Robert Creeley (1926-2005), dem Meister der gestockten Worts, eine kleine Veröffentlichungskette einiger seiner besten Gedichte in deutscher Übertragung (von der Hüterin des Blogs).
http://www.signaturen-magazin.de/robert-creeley--die-tuer--the-door-.html

Start heute, am 25. Mai 2017, mit „Die Tür“ (Gedicht der Woche)*, in den nächsten Tagen folgen: „Nach Lorca“, „Klopf, Klopf“, „Aus Liebe“, „Trauriger Rat“, „Religion“ und „Fleisch“.

Mehr zu dem hierzulande noch nicht gebührend präsenten Autor auf diesem Blog unter http://www.darabas.de/blog/growth.

* Englisches Original auf Poetryfoundation.

The only thing we have to preserve nature with is culture.

Wendell Berry

„Umweltkunst“ (engl. Environmental Art) meint einerseits die historische Abbildung von Natur in der Kunst und andererseits ökologische und politische Arbeitsströmungen in der gegenwärtigen Kunstwelt. Der Begriff bezeichnet 1. die frühe Geschichte der Umweltkunst-Bewegung (die eher künstlerischen Ideen zugetan war, als solchen, die sich mit Umweltfragen beschäftigten), 2. eine Kunst, die aktivistische Interessen verfolgt, sowie 3. eine, die sich vorwiegend der natürlich-materialen Verbindung des Künstlers mit der Natur widmet.

Je mehr ich mich mit literatur- und kunsttheoretischen Positionen beschäftige, desto mehr erkenne ich ihre Wandelbarkeit, ihre historische Bedingtheit, und dass sie dem Grad der Reflektiertheit und der Positionierung des Individuums in menschlicher Gesellschaft und der Welt entsprechen. Der Bogen lässt sich vom mythologisch-hermeneutischen Beginn schlagen bis hin zu einer Welt, die in ihrer erkenntnishaften Erschließung, im Hineinzoomen durch die Wissenschaft und in der Vielfalt der gewonnenen Perspektiven den Menschen vice versa prägt und verändert.

Glücklich zufällig konnte ich vor Kurzem eine Veranstaltung besuchen (eine Freundin hatte noch eine Karte übrig), die gerade vorzüglich in mein geistiges Programm passt, denn ich denke über Poetologisches nach und was Literatur und Lyrik mir und grundsätzlich bedeutet/bedeuten kann. Meine frühere Uniprofessorin Inka Mülder-Bach unterhielt sich auf der Münchner Literaturhausbühne anlässlich seines neuen Buches mit dem Germanisten Jan Philipp Reemtsma über das Thema: "Was heißt: einen literarischen Text interpretieren?".

Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren.

Adorno (Minima Moralia)

"Opfer nicht zu Wahlkampfzwecken missbrauchen", so titelte Die Welt1 einige Zeit nach der Silvesternacht in Köln, ein selten hellsichtiger Moment in der zuweilen nebulösen Interessengemengelage politischer (und medialer) Wortergreifung. Menschen, die zu Opfern werden, sind ein fester Bestandteil unserer bewussten und unbewussten realen und medialen Welt. Doch nicht erst seit der Silvesternacht in Köln erscheint es mir dringlich, darüber nachzudenken, warum in einer vorgeblich zivilisierten Welt nach wie vor Menschen zu Opfern werden.

"Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit." In diesem provokanten geflügelten Wort von Marie von Ebner-Eschenbach steckt vieles, worüber ich im Folgenden nachdenken möchte. Bieten heutige Frauenbilder - nach einer langwierigen und mühseligen historischen Entwicklung von der "Sklavin des Mannes" zur "Partnerin auf Augehöhe" - genug Raum für weibliche Vorstellungen von Verwirklichung? Ich wage eine kleine, subjektive Rundumschau auf Wünsche und Tatsachen rund um das zeitgenössische "gute Leben" als Frau.

Bestimmt haben die radikalen Anarcho-Umweltschützer der "Monkeywrench"-Gruppe Earth First! in ihren Anfängen weder davon geträumt, noch ernsthafte Absichten gehabt, Jahrzehnte später einmal als Lehrpersonal zwischen den Hörsälen und Umweltzentren dieser Welt hin- und herzupendeln. Tatsache ist jedoch, dass viele der einstigen Saboteure und Systemkritiker heute zu den angesehensten und gerngehörtesten Stimmen im Kanon der Intellektuellen für mehr Umweltschutz und gegen Konzernherrschaft, Raubbau und andere Vergehen gegen die Natur gehören.

Was ist das wirklich Grundlegendste, das uns alle verbindet? 
Deutsche, Palästinenser, Kenianerinnen, Manager, Regierungschefs, Nonnen, Kellner, Kindergartenkinder, Prostituierte, Elefanten, Eintagsfliegen, Farn, Schweine, Hopfen, Hängebuchen und Schildläuse? Wir müssen sterben. Und wir wissen, dass sich diese Aufzählung beliebig lang fortführen ließe. Die Sterbelisten der Kriege und Hungersnöte dieser Welt und die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Weltnaturschutzunion IUCN sind ständige, wie ein schlechtes Gewissen unseren Alltag begleitende Beweise.

Wenn man jung ist und zur Schule geht, denkt man selten daran, dass man in späteren Jahren, wenn alles gut geht, täglich, "from 9 to 5", arbeiten wird. Man soll nicht daran denken, - weil man in seinen jungen Jahren mit anderen Dingen beschäftigt ist: die Welt und das Leben kennenzulernen, sprich, seine Allgemeinbildung zu erweitern und Handlungskompetenz herzustellen, aufzuwachsen und seine sozialen Interaktionen auszubauen, sich als gesellschaftliches Mitglied zu entwickeln und als Mensch zu entdecken, - und nicht zuletzt: zu spielen.

Barbara Ras ist eine amerikanische Dichterin, Übersetzerin und Verlegerin aus New Bedford, Massachusetts. Ich war freudig überrascht zu entdecken, dass sie mit Autoren wie Wendell Berry, Gary Snyder und nicht zuletzt Robert Creeley zusammengearbeitet hat.

Ich lebe nicht in China, wo ich weder nach eigenem Gusto Geschichten und Facebookeinträge verfassen und veröffentlichen, noch unbehelligt und bei Bedarf kritisch meinen eigenen Blog füttern dürfte. Ich bin kein aus Syrien vertriebener Flüchtling oder Opfer von Diktatur und Armut wie beispielsweise viele Eritreer. Gemessen an meiner körperlichen und mentalen Unversehrtheit, meinem Unbehelligtsein, gehe ich, im Gegenteil zu den oben Genannten, durchaus als frei durch.

Gastfreundschaft ist relativ.
Auch Odysseus, der schönste und klügste der Griechen, wie es bei Gustav Schwab so überschwänglich heißt, konnte sich ihrer in den seltensten Fällen sicher sein.

"What I took in my hand
grew in weight.
You must understand:
it was not obscene."

Diese beschwörenden Zeilen bilden eine Stelle aus dem Gedicht "Song" von Robert Creeley, das seinem Band <For Love> von 1962 entnommen ist.

Als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit betrachte ich die Aneignung einer kritischen Denkweise. Natürlich ist mir sonnenklar, dass ich nicht die erste bin, die diese Ansicht vertritt: Kritische Geister sind so vielfältig wie die Zeit (glücklicher Weise) lang ist, seit der es sie gibt.

Vor meinem Fenster steht ein Baum.
Es ist eine Linde, die im Herbst zwar ihre Blätter, oft jedoch nicht alle ihrer Schoten (Fruchtknoten) abwirft, in der sie, wie ich annehme, ihre Samen verschließt. Das irritiert mich, doch habe ich bislang trotzdem nicht nachrecherchiert, warum dem so ist. Ich denke in solchen Situationen an den Mann einer lieben Kollegin, der Ökologe ist, und der auf Fragen wie diese solide und in Gelassenheit versetzende Antworten weiß, den ich jetzt allerdings nicht fragen kann.

Da ich nicht hier aufgewachsen bin, brauche ich sehr lange, um mein eigenes Selektionsmuster zu (er)finden.
Die Multioptionalität, von der heute so oft die Rede ist: Sie ist gewaltiger, überwältigender, wenn man, wie ich, aus einem kleinen, geradezu verheimlichten Dorf im siebenbürgischen Rumänien stammt, wo die dringlichsten Angelegenheiten solche der Existenzsicherung und des reziproken Miteinanders der Dorfgemeinschaft waren.

Wenn zeitgenössische Blogs Fototagebücher, "Brainpickings", Mode- und Shopratgeber sein dürfen, wenn vom banalsten Stumpfsinn bis zur Meditationsübung sich alles reproduzieren darf und die Meinungsfreiheit alles deckt und unter ihre auf alles verteilte Fittiche nimmt, dann ist sicher in Ordnung und zu vertreten, dass eine einzelne Person ihr geistiges Logbuch führt.

Herzlich willkommen auf meiner Webseite!

Lange hat es gedauert, bis ich soweit war, meine Arbeit öffentlich zu präsentieren. Ich kopple die buchbaren Angebote meines Leistungsspektrums mit der Vorstellung meiner eigenen Arbeiten und Projekte.

Viel Spaß beim Lesen.